• 17.10.2019
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Rückblick auf den zweiten Kongress zu Klimakommunikation

K3-Kongress
Image: DKK, Stephan Röhl
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K3-Kongress
K3-Kongress (Image: DKK, Stephan Röhl)

Ende September fand in Karlsruhe der zweite K3 Kongress zu Klimawandel, Kommunikation und Gesellschaft statt. Rund 500 Personen aus Wissenschaft und Praxis waren dabei und diskutierten neue Ideen für eine wirkungsvolle Kommunikation über den Klimawandel.

Der K3 Kongress zu Klimawandel, Kommunikation und Gesellschaft fand am 23. und 24. September 2019 in Karlsruhe statt. Nebst drei Keynote-Speakers gab es sechs Forumsvorträge und insgesamt 19 Workshops, in denen die Teilnehmenden über wirkungsvolle Klimakommunikation diskutierten. Ein allumfassendes Fazit gibt es nicht, aber die folgende Formel dürfte für gelingende Klimakommunikation hilfreich sein: Positive Zukunftsvorstellungen, Werteorientierung, starke Bilder, gute Geschichten und ein Quäntchen Humor.

Der Kongress war eingerahmt von einer ernüchternden Sitzung des Klimakabinetts in Berlin, einem globalen Klimastreik mit Hundertausenden Menschen auf den Strassen und dem UN-Klimagipfel in New York. Diese Ereigniskonstellation ebenso wie die persistente politische und mediale Präsenz von Klimathemen im Allgemeinen, boten reichlich Gedanken-, Diskussions- aber auch Gefühlsstoff.

Teilnehmende aus vielen verschiedenen Bereichen

Doch welche Akteurinnen und Akteure trafen sich da in Karlsruhe überhaupt, um etwas über Klimakommunikation zu lernen und miteinander ins Gespräch zu kommen? Die Umfrage ergab: 29 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen aus der Wissenschaft. Die Praxis fächerte sich auf in die Bereiche Politik und öffentliche Verwaltung (19 Prozent), Zivilgesellschaft (19 Prozent), Medien (13 Prozent), Ausbildung (9 Prozent), Wirtschaft (9 Prozent) und Andere (2 Prozent). Vier von fünf Personen hatten angegeben, mit der Bahn oder anderen öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen, elf Prozent mit dem Rad, vier Prozent mit dem Auto. Sieben Personen wollten zu Fuss kommen und lediglich zwei mit dem Flugzeug. Für das Organisationsteam war das wichtig zu wissen, weil die CO2-Emissionen kompensiert wurden. Es zeigt aber auch, dass eine Verkehrswende möglich ist und Wissen eben doch manchmal zum Handeln führt.

Viele Inhalte online

Auch digital konnten Interessierte den Kongress verfolgen: „Wow, was ein Lineup!“, twitterte Benjamin Sandler (@bsndlr) kurz nachdem im Newsletter der Livestream mit den Rednerinnen und Rednern der Keynotes und Forumsvorträge angekündigt wurden. Im Blog auf der Kongresswebsite und auf Instagram berichteten vier studentische Reporterinnen und Reporter über die Workshops, die meditative Morgeneinstimmung und Kommunikationsformen zum Mitmachen, die der Spielplatz bot. Zudem fassten die Teilnehmenden ihre Eindrücke auf Twitter pointiert zusammen – etwa Peter Wagner (@wagnerpeter) in einem 31-Tweets langen Thread.

Zukunftslabs

Parallel zum Kongressgeschehen arbeiteten im ZukunftsLAB mehr als 30 Erwachsene und Jugendliche – darunter Schülerinnen und Schüler von Fridays for Future – an Kommunikationsstrategien zu den Themen CO2-Preis, Fliegen sowie einem Zukunftsforum für Jugendliche. Eine der entwickelten Lösungen zündete sofort: „Unter 1000 mach ich's nicht“, eine Kampagnen-Idee zur Vermeidung von Inlandsflügen, der sich Kongressteilnehmende unter dem Hashtag #unter1000 direkt anschlossen. Nahezu zeitgleich lancierten die Scientists for Future in Berlin eine ähnliche Aktion, bei der Forschende ihren Verzicht auf Kurzstreckenflüge erklären können. Ob diese parallelen Entwicklungen beispielhaft sind für handlungswirksame Klimakommunikation, wird die Zukunft zeigen – mitreissend sind sie alle Male.

Wir müssen genügsamer werden

Hinter der Bühne des K3 Kongresses fand indes auch ganz praktische (Klima-)Kommunikation statt. So wurde beispielsweise Pflanzenmilch als vegane Alternative für den Kaffee vermisst, aber eben auch das nachmittägliche Teeritual, als uns das heisse Wasser kurzfristig ausgegangen war. Wie ordnen wir solch kleine Momente der Klimakommunikation ein? Folgt man Eckart von Hirschhausen, der in seiner Keynote für mehr Humor und eine neue Bildsprache plädierte, könnten sie vielleicht in einer kabarettistischen Darstellung münden. In der Zusammenschau mit der Keynote von Harald Welzer oder dem Forumsvortrag von Niko Paech hingegen, machen sie nachdenklich und könnten einen zu folgendem Fazit kommen lassen: Ohne Genügsamkeit in puncto Konsum und ohne Flexibilisierung geliebter Gewohnheiten werden wir Klimaprobleme nicht lösen.

Es braucht Geduld und Empathie

Der Kongress hat deutlich gemacht: Das Repertoire an theoretischen und praktischen Zugängen zur Klimakommunikation ist gross. Aber was vor allem gebraucht wird, ist Geduld und Empathie. Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis müssen einander noch genauer zuhören, damit die Kommunikation tatsächlich an den Schnittstellen zwischen Wissenschaft, Politik, Medien und Öffentlichkeit stattfindet und in der Mitte der Gesellschaft wirksam wird.

Der Text basiert auf dem Artikel “Klimakommunikation braucht Herz, Hand und Verstand” von Dr. Stefanie Trümper des Deutschen Klima-Konsortium und wurde leicht abgeändert und gekürzt. Der Originaltext ist online unter https://www.deutsches-klima-konsortium.de/ nachzulesen.

- Die Mitschnitte der Keynotes und Forumsvorträge finden Sie im Videoarchiv
- Den Kongress in Bildern gibt es in der Galerie.
- Weitere Informationen und Links finden Sie auf der Webseite des K3

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